Wir haben G., seit fünf Jahren selbstständige Advertiser in Mailand, gebeten, eine typische Arbeitswoche zu schildern. Das Ergebnis hat wenig mit dem Klischee zu tun und viel mit dem Führen eines eigenen Betriebs: mit Ritualen, Disziplin und Pausen.

Montag und Dienstag: Planung

"Montag ist Buchhaltungstag. Ich prüfe die Buchungen der Woche, aktualisiere den Kalender, beantworte die Wochenend-Nachrichten. Dienstagmorgen: Gym und Ernährung, sonst trägt die Energie der Woche nicht."

Mittwoch und Donnerstag: Haupt-Treffen

"Die Spitzentage. Im Durchschnitt zwei Abendtermine, nie direkt hintereinander: mindestens neunzig Minuten Pause dazwischen. Nach 2 Uhr wird nie gearbeitet; am nächsten Tag muss ich wirklich präsent sein."

Freitag: Events und Dinner

"Freitags bevorzuge ich lange Treffen — Abendessen, Event-Begleitung, manchmal kurze Wochenenden. Anspruchsvoller, aber lohnender: der Kunde kommt für echte Gesellschaft."

Samstag: Admin

"Vormittags aktualisiere ich mein Profil auf SoloPrive: neue Fotos alle zwei Wochen, Verfügbarkeit, kleine Textanpassungen. Nachmittags: Nachrichten für die Folgewoche, Entscheidung über Buchungen. Der unglamouröseste Teil — und der, der alles zusammenhält."

  1. Buchhaltung: jeden Montag eine halbe Stunde.
  2. Neukunden-Screening: Samstagnachmittag.
  3. Foto-Update: alle sechs bis acht Wochen.
  4. Gym: dreimal pro Woche, nicht verhandelbar.

Sonntag: frei

"Der Sonntag gehört mir. Keine beruflichen Nachrichten, kein Wecker, keine Termine. Abendessen mit Freunden, ein Film, ein Spaziergang."

Dieser Beruf ist nur tragfähig, wenn man ihn als Beruf behandelt. Mit Zeiten, Pausen, Grenzen. Sonst brennen die Leute in einem Jahr aus.

Abschlusstipp

"Neueinsteigern sage ich immer: sei professionell, sei wählerisch, verkauf deine Zeit nicht unter Wert. Gute Kunden kommen zu denen, die sich zu organisieren wissen."